Die Mischung macht’s

 

Die Frauen Union Hessen diskutiert in Kesselstadt über „Gemischte Führungskultur“

 

 

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen das komplette Potenzial an Fleiß, Wissen und sozialen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter nutzen. Das klingt nach Binsenweisheit. Und doch steht es damit nicht überall zum Besten in Deutschland. Der Grund: Firmenchefs sind sich oft nicht des ganzen Spektrums dieses Mitarbeiterpotenzials bewusst – beispielsweise mit Blick auf weibliche Führungskräfte. Was andere Länder längst erkannt haben und nutzen, weisen inzwischen auch zahlreiche Studien nach: Wenn Männer und Frauen in „gemischten Teams“ arbeiten, sind die Ergebnisse im Durchschnitt besser und die Umsätze höher.

 

„Natürlich geht es bei der Förderung von Frauen im Berufsleben auch um den gesellschaftlichen Aspekt der Gleichberechtigung. Aber man darf nicht den Blick dafür verlieren, dass sie dem einzelnen Unternehmen und damit der Wirtschaft insgesamt erhebliche Wettbewerbsvorteile bringt“, sagt Srita Heide. Die Vorsitzende des Arbeitskreises „Wirtschaft und Beruf“ der Frauen Union Hessen und CDU-Kreistagsabgeordnete des Main-Kinzig-Kreises, hatte zusammen mit ihrem Team zu einer Diskussionsrunde ins Gärtnerhaus von Schloss Philippsruhe nach Kesselstadt eingeladen, um über „Mixed Leadership/Gemischte Führungskultur“ zu informieren.

 

„Frauen in Führungspositionen sind kein Luxus und kein feministischer Hexenzauber, sie sind dringend notwendig“, so Petra Müller-Klepper, Vorsitzende der Frauen Union Hessen und Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium. „Hier handelt es sich um eine Schlüsselfrage für die Zukunft Deutschlands. Wir können es uns angesichts des demografischen Wandels auf der einen Seite und der Globalisierung auf der anderen gar nicht leisten, auf qualifizierte Frauen in der Wirtschaft zu verzichten. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine frauen- und familienfreundliche Atmosphäre anbieten, werden die Nase vorn haben.“ Die Erkenntnis der FU-Hessen-Vorsitzenden: „Vielfalt muss das Ziel sein – die Mischung macht’s!“ Das gelte für Ausbildung, Herkunft, Begabung, sexuelle Orientierung – und eben auch das Geschlecht.

 

Srita Heide betonte, dass sich dieses Ziel nur erreichen lasse, wenn man große Teile der Gesellschaft von den Vorteilen überzeugen könne. Tatsächlich werden diese Vorteile von wissenschaftlicher Seite bestätigt. Astrid Szebel-Habig, Professorin für Personal- und Unternehmensführung an der Hochschule Aschaffenburg, berichtete von Studien, die zu dem Ergebnis gelangten, dass Frauen beispielsweise die Gruppenintelligenz steigern. Nicht etwa, weil Frauen intelligenter seien als Männer, sondern weil die „gemischten“ Denkweisen und Kommunikationsprozesse die Teamarbeit dynamischer und kreativer machten.

 

Dabei zeigten die Einwürfe aus dem Publikum, dass die Erfahrung mit traditionellem und modernem Rollenverständnis im Berufsalltag durchaus auch eine Generationenfrage ist. Während eine ältere Dame über Vorurteile der Männer berichtete, die Frauen den beruflichen Aufstieg schwer machten, betonte eine junge Zuhörerin, dass die Geschlechterfrage in ihrem Arbeitsumfeld keine Rolle spiele.

 

Darüber hinaus brachte die Diskussionsrunde eine wichtige Erkenntnis: Frauen dürfen sich nicht mit ihrer „Opferrolle“ begnügen, sondern müssen selbstbewusster werden, sich aktiv Herausforderungen stellen und nach „Macht“ streben – mit individuellen Strategien, die zur eigenen Persönlichkeit passt. Männer machen es nicht anders. Srita Heide: „Folglich lassen sich wo die Erfolgsfaktoren am besten finden und entwickeln? Natürlich in gemischten Teams.“ Am Ende hat jeder einzelne etwas davon, das Unternehmen auch und damit die ganze Wirtschaft.

 

Das Foto zeigt Mitglieder der Frauen Union Hessen sowie die Referentinnen:

  1. Reihe von links: Srita Heide (3. v. l.); Petra Müller-Klepper (5.v.l.)

  2. Reihe von links: Monika Klosson, FU-Vorsitzende Hanau (3.v.l.); Prof. Astrid Szebel-Habig (4.v.l.); Hildegard Geberth, Vorstandsmitglied, CDU-Fraktion, Hanau (5.v.l.)

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