„Wir sind davon überzeugt, wenn es die richtige Überzeugung in der Gesellschaft gibt, dann können Mütter Kind und Beruf unter einen Hut bringen“ sagt Jessica Hofmann

Gemeinsam mit zwei anderen Müttern (Andrea Hölzer, Rechtspflegerin, und Carolina Abrar, Rechtsanwältin,) gründete Jessica Hofmann (BWlerin) in 2013 die Firma 360 Grad Familie mit der Zielsetzung, eine bessere Kinderbetreuung insbesondere für berufstätige Eltern anzubieten. Die Frauen lernten sich 2011 im Verein der Nestflüchter, eine Betreuungseinrichtung für Kinder in Groß-Gerau, kennen. Sie engagierten sich damals schon in dem Verein und wurden zum Vorstand gewählt.

„Wenn man mit vorhandenen Systemen und Möglichkeiten unzufrieden ist, dann glauben wir, ist es viel besser, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und eine bessere Situation zu schaffen als nur dagegen zu sein“ so Hofmann, Mutter und Unternehmerin.

Um die Einrichtung zu schützen, haben die Unternehmerinnen aus ihrer GbR eine GmbH gemacht. Die 360 Grad Familie GmbH trägt ihren Namen deshalb, weil es der Traum der Gründerinnen war und ist, ein Unternehmen zu haben, das von Familien für Familien geführt wird. Alle haben die gleichen Herausforderungen und wollen ihre Erfahrungen als Know-How anbieten in Themenbereichen wie Rechtsberatung, ILP Coaching, Consulting Marketing/Vertrieb und im Management von Krippen.

Frau Sabine Bächle-Scholz MdL ist sehr beeindruckt von der Einsatzbereitschaft der Unternehmerinnen. „Es ist bemerkenswert, was Frau Hofmann und ihre Mitstreiterinnen auf die Beine gestellt haben. Sie haben aus eigener Betroffenheit heraus Eigeninitiative entwickelt, anstatt sich zu beklagen. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Ich hatte den Eindruck, Kompetenz, Wille und Herz sind hier vereint für Kinder und Familien. Das ist beispielhaft“, so Bächle-Scholz.

Der erste Schritt ist jedoch ihr Traumprojekt Dreikäsehoch, eine Kindertagesbetreuung der Kinder U3 in Nauheim. Dort – wie in der gesamten BRD – gab es kein ausreichendes Betreuungsangebot für diese Kinder. Damit haben alle Eltern zu kämpfen, und deshalb haben es sich die drei Mütter 2013 zur Aufgabe gemacht, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen und Chancen gesehen, mit diesem Angebot berufstätige Eltern zu unterstützen. Die wenigen Betreuungsplätze für Kinder U3 in Nauheim befanden sich nur in altersgemischten Gruppen in Kindergärten. Tagesmütter kamen nicht in Frage – bei Krankheit und Urlaub gab es die Frage nach dem Wohin.

Als Lösung bot sich ein ehemaliges Einkaufszentrum an mit vielen Parkplätzen und Einkaufsmöglichkeiten und auch vielen Ausflugszielen für die Kinder. Somit wurden viele Wünsche erfüllt, und auch die Kooperation mit der Besitzerin des Einkaufszentrums und mit der Gemeinde ist sehr gut.

Eine Besonderheit in dieser Einrichtung ist, dass eine Ernährungsberaterin den Kindern ein schmackhaftes Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskekse zubereitet und somit für gesunde und ausgewogene Ernährung sorgt. Ein weiteres Plus ist, dass die Ernährungsberaterin im Urlaubs- oder Krankheitsfall auch bei anderen Aufgaben in der Einrichtung einspringt.

Die Vorsitzende dieser Arbeitsgruppe, Srita Heide, lobte das Engagement der Mütter:

„Als Betroffene können sie sehr gut die Situation der berufstätigen Eltern nachvollziehen, und deren Sorgen und Erwartungen verstehen. Gleichzeitig machen sie durch ihre Lösungsansätze anderen Eltern und vielleicht auch zukünftigen Eltern in der Gesellschaft Mut.“

„Dieses Engagement verdient hohe Anerkennung, und wir brauchen in unserer Gesellschaft noch mehr von diesen mutigen Frauen“, sagte Christine Zips, Vorstandsmitglied der Frauen Union und Kreisvorsitzende der Frauen Union Limburg-Weilburg.

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