Raus aus der Sackgasse: Berufsrückkehr erleichtern – Teilzeit aufstocken

Frauen Union für „Initiative Wiedereinstieg“ und Rückkehrrecht bei Teilzeit

Wiesbaden-05.03.2014. Die Frauen Union Hessen fordert, die Arbeitsförderung und Arbeitsmarktpolitik stärker an den Bedürfnissen der Frauen zu orientieren. „Das große Potential der Frauen zur Sicherstellung des Fachkräftebedarfs kann nur dann umfassend erschlossen und genutzt werden, wenn die Unterstützungsmaßnahmen und Förderprogramme mehr als bisher die Lebenswirklichkeit der Frauen berücksichtigen und an ihren häufig unterbrochenen Erwerbsbiografien ausgerichtet werden“, erklärte Landesvorsitzende Petra Müller-Klepper anlässlich des Internationalen Frauentags, der am 8. März 2014 begangen wird.

Die CDU-Politikerin sieht Schwerpunkte und Handlungsbedarf bei dem Wiedereinstieg nach der Familienphase und der Teilzeitbeschäftigung. Sie plädiert für eine gemeinsame Initiative von Land, Kommunen und Agentur für Arbeit, um Frauen den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern. Sie könne auf dem Modell des Netzwerks Wiedereinstieg, das in Hessen erfolgreich erprobt worden sei, aufbauen.

„Die Berufsrückkehr nach der Familienphase braucht mehr Unterstützung. 80 Prozent der nicht erwerbstätigen Frauen wollen spätestens dann in den Beruf zurück, wenn die Kinder größer sind. Die Wiedereinstiegsquote liegt aber nur bei 13 Prozent“, so Petra Müller-Klepper. Der Großteil der arbeitsuchenden Berufsrückkehrerinnen verfüge über eine hohe Qualifikation. Knapp 50 Prozent suchten eine Vollzeitstelle.

Aber nicht nur viele Frauen, die wegen der Familienarbeit aus dem Erwerbsleben ausgestiegen seien und ins Erwerbsleben zurück wollten, befänden sich in einer Sackgasse. Auch viele, die eine Teilzeitbeschäftigung angenommen hätten, würden später gerne die Arbeitszeit aufstocken. „Sie reduzieren die Arbeitszeit, um Familienaufgaben mit dem Beruf vereinbaren zu können. Nach der Familienphase haben sie aber kein Rückkehrrecht zur ursprünglichen Arbeitszeit, wenn sie wieder länger arbeiten wollen“, erläuterte die Landtagsabgeordnete. Ein Rechtsanspruch auf Wiederaufstockung mache auch für Männer die Teilzeitbeschäftigung attraktiver. „Wenn Teilzeit nicht das Ende der Karriere bedeutet, werden Väter stärker als bisher bereit sein, Familienaufgaben zu übernehmen.“

Teilzeitbeschäftigung werde von vielen Frauen in einer bestimmten Lebensphase, insbesondere den ersten Lebensjahren des Kindes, gewünscht, dürfe aber nicht dauerhaft aufs Abstellgleis führen. Auch in Teilzeit müssten Entwicklungsmöglichkeiten und Karriereoptionen eingeplant werden. In Hessen seien immer mehr Frauen erwerbstätig, was eine positive Entwicklung hin zu mehr Chancengleichheit im Erwerbsleben sei. Die höhere Frauenerwerbsquote sei im Wesentlichen auf den Zuwachs bei den Teilzeitjobs zurückzuführen. Rund die Hälfte der teilzeit- oder geringfügig beschäftigten Frauen wünsche sich eine Ausweitung der Arbeitszeit.

 

 

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