Ehrenvorsitzende der Frauen Union der CDU Hessen Bärbel Sothmann wurde am 12.02.2013 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Parallel zu ihrem Engagement im Berufsleben übernahm sie auch in ihrer Freizeit Verantwortung und brachte sich in das politische und gesellschaftliche Leben ein. Mit 33 Jahren wurde Sie Mitglied der CDU und Mitglied der Frauen Union. Sie hat diverse Funktionen bekleidet und die Parteiarbeit bereichert. Sie hat sich im Kennedyschen Sinne die Frage gestellt: „Was kann ich für mein Land tun?“ Durch ihr herausragendes politisches Engagement hat sie eine eindrucksvolle Antwort auf diese Frage gegeben. Und auch hier ist sie konsequent ihren Weg von der Basis bis hinauf zur Spitze gegangen – von der Stadt-, Kreis-, Landes- auf die Bundesebene. Aber: oben angekommen war sie weiterhin geerdet und hat alle Ebenen parallel im Blick gehabt und sich dort eingebracht. 

1981 wurde sie zur Stadtverordneten in Bad Homburg gewählt und übernahm als stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende sogleich  Führungsfunktion. 20 Jahre lang – von 1987 bis 2007 – war sie Mitglied im Vorstand des CDU-Stadtverbands Bad Homburg.

22 Jahre lang – von 1980 bis 2002 – war sie Mitglied im Kreisvorstand der CDU Hochtaunus. Von 1996 bis 2002 gehörte sie dem Präsidium der CDU Hessen an. Von 1980 bis 2009 – und damit hat sie drei Jahrzehnte fast voll gemacht – war sie Mitglied der Mittelstandsvereinigung. Seit 1999 und ihrem 60. Lebensjahr ist sie Mitglied der Senioren Union Bad Homburg, wo sie zeitweilig Vorstandsmitglied war. Ebenso brachte sie sich in den Vorstand der Senioren Union Hochtaunus ein.

Ihr Herzensanliegen im ehrenamtlichen politischen Engagement durch all die Jahrzehnte war und ist die Frauenpolitik. Seit dem Eintritt in die Union 1972 hat sie sich kontinuierlich auf Kreis-, Landes- und Bundesebene mit großem Engagement für die Belange und Interessen der Frauen – innerhalb der Partei, in der politischen Auseinandersetzung und im öffentlichen Leben eingesetzt. Sie hat frauenpolitisch deutliche Akzente gesetzt und Erfolge erzielt. Sie hat frauenpolitische Pionierarbeit geleistet und eine Bresche geschlagen, die nachfolgenden Frauen den Weg erleichtert hat.

Von 1978 bis 1998, also 20 Jahre, war sie Mitglied im Kreisvorstand der Frauen Union der CDU Hochtaunus, von 1978 bis 1980 als Kreisvorsitzende. Ab 1990 war sie im Landesvorstand der Frauen Union aktiv. Von 1996 bis 2000 hat sie die Frauen Union Hessen als Landesvorsitzende geführt. Ab 1990 brachte sie sich ebenfalls in den Bundesvorstand der Frauen Union ein – und das 12 Jahre lang. Heute ist sie als Ehrenvorsitzende der Frauen Union Hochtaunus und der Frauen Union Hessen weiter verbunden.

Seit über 40 Jahren setzt sie sich für Chancengleichheit und den Abbau der nach wie vor bestehenden Benachteiligungen von Frauen in Politik, Beruf und Gesellschaft ein. Sie hat Frauen immer wieder motiviert, sich stärker politisch zu engagieren, Karriere zu machen - auch in sogenannten Männerdomänen - und in wichtige Entscheidungsgremien aufzusteigen. Gradlinig und durchsetzungsstark hat sie dafür gekämpft, dass mehr Frauen die Politik in Hessen mitgestalten und politische Verantwortung erhalten. Der Nachwuchsförderung galt ihr besonderes Interesse. Sie hat durch ihr Vorbild und ihre Arbeitsansätze das politische Engagement der Frauen in der CDU Hessen ausgehend von der Sozial- und Familienpolitik auf alle politischen Themenfelder ausgedehnt. Unermüdlich, glaubwürdig und couragiert hat sie den Themen, Sichtweisen und Anliegen der Frauen eine Stimme gegeben und an der Verwirklichung der Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen mitgearbeitet. Dabei hat sie sich gerne auf Konrad Adenauer und seine folgenden Worte berufen: „Die Frau sieht manche Dinge eben anders als der Mann. Damit sage ich gar nicht, dass der Mann sie richtiger sieht. Die Frau sieht in einer Frage eben noch andere Facetten, die da sind. Und vielleicht ist ihr Gesamturteil noch besser als das des Mannes.“

Mit ihr und durch sie hat die Frauen Union Hessen erheblich an politischer Bedeutung gewonnen und ihren Einfluss deutlich ausgebaut. Sie hat das frauenpolitische Profil der Union in Hessen geschärft. Bis heute nimmt sie regelmäßig an den Sitzungen und Veranstaltungen der Frauen Union teil und bringt ihren großen Erfahrungsschatz ein. Die Frauen Union der CDU Hessen dankt ihr von Herzen für ihr herausragendes Engagement. Wir sind stolz, dass eine solche Frau in unseren Reihen ist.

Wer so erfolgreich und stetig im Ehrenamt arbeitet, der kommt auch für hauptamtliche Verantwortung in Frage. Ihre Forderung „Die Politik braucht mehr Frauen“ hast sie persönlich in die Tat umgesetzt, indem sie in eine Kampfkandidatur um das Direktmandat für die Bundestagswahl 1990 gegangen ist. Sie hat die Nominierung gewonnen und anschließend den Wahlkreis 133. Als direkt gewählte Abgeordnete in den ersten gesamtdeutschen Bundestag einzuziehen, das war für sie ein überwältigendes Ereignis, war doch mit der Deutschen Einheit ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. 12 Jahre lang hat sie die Bürgerinnen und Bürger des Hochtaunus, der Oberlahn, von Eppstein und Kelkheim im Bundestag vertreten. Sie war immer für deren Anliegen da, hatte stets ein offenes Ohr und hat eine engagierte Wahlkreisarbeit betrieben. Sie dankten es ihr mit hervorragenden Wahlergebnissen bei allen drei Direktwahlen.

In Bonn und Berlin bestimmten Forschung und Technologie, das Fachgebiet aus dem sie beruflich gekommen ist, ihre Arbeit als Parlamentarierin. Während der gesamten Zeit als Bundestagsabgeordnete war sie Mitglied des Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Forschung und hat sich durch großes Engagement in der Forschungspolitik ausgezeichnet. Sie war Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Mitglied der Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Vorsitzende der MIT-Kommission „Neue Technologien“. Drei Jahre lang fungierte sie als stellvertretende Vorsitzende des CDU-Bundesfachausschuss „Bildung, Forschung und Kultur“.

Sie hat sich aktiv für eine Novellierung des Tierschutzgesetzes eingesetzt und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre in Anpassung an die gestiegenen internationalen Anforderungen auf den Weg gebracht.

Zudem engagierte sie sich im Parlamentskreis Mittelstand, wo sie zeitweise auch Vorstandsmitglied war, in den Parlamentariergruppen Maghreb-Staaten, Südliches Afrika, Südamerika, Israel und Indien sowie dem Freundschaftskreis Bonn-Taipeh. Und sie war Mitglied im Kontrollausschuss des Bundesausgleichsamts.

Parallel zum Forschungssektor und korrespondierend zum ehrenamtlichen Engagement war die Frauenpolitik Ihr zweiter Schwerpunkt als MdB. Acht Jahre lang hat sie im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mitgearbeitet. Sechs Jahre lang von 1994 bis 2000 war sie Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit die prima inter pares, die Leit- und Schaltstelle aller weiblichen Unionsabgeordneten. Im selben Zeitraum war sie Mitglied des Fraktionsvorstands der CDU-CSU-Bundestagsfraktion (Fraktionsvorsitzende Schäuble: mit Integrationskraft und Kompetenz eine Säule der Fraktion, ungewöhnlich liebenswürdige, meist gelassene Freundin und Kollegin). Von 1999 bis 2002 war sie die Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Internationale Menschenrechte und Gewalt gegen Frauen“ im CDU-Bundesfachausschuss „Frauenpolitik“. 1995 war sie Mitglied der Regierungsdelegation auf der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking, deren Motto auch ihr Credo ist: „Die Zukunft der Menschheit ist abhängig von der Zukunft der Frauen.“

Nicht nur mit ihrem politischen Wirken hat sie einen Beitrag zum Allgemeinwohl und zu einer lebendigen Gesellschaft geleistet. Hoher Einsatz, Kontinuität und Treue, Beständigkeit und Zuverlässigkeit kennzeichnen auch ihren umfassenden ehrenamtlichen Einsatz im sozialen Bereich.

Die Rückschau auf Ihr politisches und gesellschaftliches Engagement ergibt eine erfolgreiche und herausragende Bilanz. Ihr unermüdliches, jahrzehntelanges herausragendes Wirken für die Allgemeinheit ist beispielgebend und verdient unser aller Hochachtung.

Das Land bringt diese Wertschätzung zum Ausdruck, indem ihr das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.

**Wir gratulieren ihr ganz herzlich auch auf diesem Wege.

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