Eigentlich sollte das Einbürgerungsverbot für Ausländer, die in Mehrehe leben, mittlerweile im Bundestag besprochen werden – doch es wurde aus einem aktuellen Gesetzentwurf gestrichen. Die Entscheidung über ein Verbot sei auf Herbst verschoben worden, wie die Presse unter Berufung auf Innen- und Justizministerium berichtet. „Es ist sehr schade, dass dieses Thema in einem Rechtsstaat wie Deutschland überhaupt diskutiert werden muss“, so Diana Stolz, Vorsitzende der Frauen Union Hessen. „Das Schließen einer zweiten Ehe ist in Deutschland nach §1306 BGB verboten. Deshalb sollen Personen, die entgegen der deutschen Rechtsordnung leben, nicht deutsche Staatsbürger werden können.“ Es sei nicht nachvollziehbar, dass die SPD Einbürgerungen von Menschen zulassen will, die offensichtlich nicht mit unseren Werten und Vorstellungen von Ehe und Familie übereinstimmen.

„Wer nach Deutschland kommt und die deutsche Staatsbürgerschaft anstrebt, muss die hiesige Gesellschaftsordnung respektieren und selbstverständlich sein Leben auf Basis des Grundgesetzes führen“, so auch Srita Heide, Stellvertretende Vorsitzende der FU Hessen und selbst Migrantin. Wenn die Mehrehe im Herkunftsland legal ist und die Person in Polygamie lebt, gebe es für den Aufenthaltsstatus in Deutschland verschiedene Lösungen. „Die deutsche Staatsbürgerschaft gehört ganz klar nicht dazu“, so Heide. „Unser Konzept des säkularen Staates bedeutet unter anderem gleiche Rechte und Pflichten für alle Menschen, seien sie Frauen, Männer, Deutsche oder Ausländer, Christen, Juden oder Moslems. Wer hier leben möchte, muss das verinnerlichen und praktizieren – das hilft übrigens sehr dabei, hier sein zu Hause zu finden statt sich von der Gesellschaft abzugrenzen.“

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