Frauen Union fordert Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben

Wiesbaden, 25.03.2011. Die Frauen Union Hessen fordert, dass die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, die in Deutschland durchschnittlich 23,2 Prozent beträgt, geschlossen wird. „Die Lohnungleichheit abzubauen ist eines der dringlichsten Ziele im Bereich der Gleichstellung und ein Gebot der Gerechtigkeit. Die Bewertung von Arbeit muss sich an der Leistung und nicht am Geschlecht orientieren“, erklärte die Landesvorsitzende Petra Müller-Klepper anlässlich des „Equal Pay Day“. Der 25. März 2011 ist zum Aktionstag ausgerufen worden, weil bis zu diesem Tag Frauen arbeiten müssen, um das zu verdienen, was Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres erwirtschaftet haben.

Während in anderen Ländern Europas positive Entwicklungen zu verzeichnen seien, gebe es in Deutschland seit Jahren keine Bewegung. „Nach wie vor sind die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen bei gleicher Qualifizierung gravierend. Trotz gleicher oder sogar besserer Bildung verdienen Frauen im Beruf immer noch weniger Geld und machen seltener Karriere“, kritisierte die Frauenpolitikerin. Dies gelte insbesondere für Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, wie beispielsweise Einzelhandel, Gastronomie, Pflege und soziale Berufe. Deutschland gehöre damit zu den Schlusslichtern in Europa. „Nur in Estland, Tschechien, Österreich und die Niederlande geht die Lohnschere noch weiter auseinander.“

Die Gründe für die Lohnlücke seien vielfältig. „Frauen übernehmen mehrheitlich die unbezahlte Arbeit in der Familie und sind dadurch häufiger teilzeitbeschäftigt als Männer. Durchschnittlich werden jedoch Teilzeitstellen, bezogen auf den Stundenlohn, elf Prozent schlechter bezahlt als Vollzeit-Arbeitsplätze“, erläuterte die CDU-Politikerin. Berufswahl, fehlende Aufstiegschancen und familienbedingte Auszeiten seien weitere Faktoren. Die mit typisch weiblichen Arbeitsplätzen verbundenen Fähigkeiten und Zuständigkeiten würden unterbewertet, die durch Familienarbeit erworbenen Kompetenzen und Qualifikationen im Erwerbsleben nicht angemessen anerkannt.

„Je älter die Beschäftigten, je größer das Unternehmen, je höher die Position, desto größer ist der Einkommensrückstand der weiblichen Beschäftigten“, so Petra Müller-Klepper. Besonders ungerecht sei es, wenn bei gleicher Qualifikation und gleichen Rahmenbedingungen Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt würden als ihre männlichen Kollegen. Frauen hätten dadurch nicht nur heute weniger Geld, die Unterschiede wirkten sich auch negativ auf die Altersvorsorge aus.

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