Frauen Union fordert gleiche Lohn für gleiche Arbeit

Wiesbaden. Die Frauen Union der CDU Hessen fordert, dass die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen geschlossen wird. Anlässlich des "Equal Pay Day", der am 26. März 2010 begangen wird, machen die CDU-Frauen darauf aufmerksam, dass sich in Deutschland der Grundsatz des gleichen Entgelts noch immer nicht durchgesetzt hat. Frauen verdienen in nahezu allen Berufen und auf allen Qualifikationsstufen im Schnitt immer noch 23 Prozent weniger als Männer. "Wir müssen dieser Lohndiskriminierung ein Ende setzen. Das gesetzlich verankerte Recht, dass für gleiche Arbeit gleicher Lohn gezahlt wird, muss im Erwerbsleben umgesetzt werden", erklärte die FU-Landesvorsitzende Petra Müller-Klepper.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für 2008 zeigten, dass keine positive Veränderung zu verzeichnen sei. Frauen in Deutschland verdienten mit durchschnittlich 14,51 Euro pro Stunde 4,39 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. "Nach wie vor sind die Einkommensunterschiede von Männern und Frauen bei gleicher Qualifizierung gravierend. Trotz gleicher oder sogar besserer Bildung verdienen Frauen im Beruf immer noch weniger Geld und machen seltener Karriere", betonte die CDU-Politikerin. Die Einkommensdifferenz sei durchgängig in allen Branchen und Hierarchieebenen zu beobachten und nehme in höheren Positionen zu, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung herausgefunden habe.

Müller-Klepper appelliert an die Unternehmen in Hessen, den Lohntest "Logib-D" zu nutzen, um Lohnungleichheit zu erkennen und die Lohnstrukturen zu verbessern. Der Lohntest "Logib" wird in der Schweiz bereits seit 2006 erfolgreich angewendet. Er ist seit kurzem dank einer Initiative der Bundesregierung auch in Deutschland im Internet kostenlos abrufbar unter www.Logib-D.de. "Logib ist entwickelt worden, um verdeckte Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern durch den Arbeitgeber gezielt überprüfen und identifizieren zu können. Damit wird den Unternehmen vor Ort ein kostenloses Instrument an die Hand gegeben mit dem die Möglichkeit gegeben ist, verantwortungsvoll die geschlechtsspezifische Lücke nach und nach zu schließen", so Müller-Klepper weiter.

Laut Artikel 141 des EG-Vertrags haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf gleiches Entgelt für "gleiche und gleichwertige" Arbeit. Dennoch bestehen in der Realität große Lohnunterschiede. "Frauen werden unterhalb ihres Qualifikationsniveaus eingesetzt. Sie erhalten weniger Lohn, nicht weil sie weniger leisten, sondern weil sie oftmals in Berufen arbeiten, die schlechter bezahlt sind, weil sie vermehrt Teilzeit arbeiten oder aufgrund von Familienphasen geringere Aufstiegschancen haben", so die FU Vorsitzende.

Vergleicht man das Lohn- und Gehaltsgefälle zwischen Frauen und Männern gehört die Bundesrepublik Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. "Wir können diese Lohnungleichheit nicht weiter akzeptieren", fordert Müller-Klepper, "erst am 26. März 2010 haben Frauen in etwa das verdient, was Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres erwirtschaftet haben. Damit muss endlich Schluss sein!"

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