Schub für Umsetzung der Gleichberechtigung im Arbeitsleben"

Wiesbaden, 8. März 2010. Die Frauen Union Hessen hat anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2010 verstärkte Initiativen zur Umsetzung der Gleichberechtigung im Arbeitsleben gefordert. Die CDU-Frauen werben für den Abschluss von betrieblichen Vereinbarungen zur Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen.

Engagement in Unternehmen noch verhalten

"Dieses Instrument, das individuell auf die jeweilige betriebliche Situation zugeschnitten werden kann, wird viel zu selten genutzt", erklärte Landesvorsitzende Petra Müller-Klepper in Wiesbaden. Der Anteil der Betriebe, die freiwillige Initiativen, betriebliche oder tarifliche Vereinbarungen zur Verbesserung der Chancengleichheit aufweisen, habe sich seit dem Jahr 2002 kaum verändert, wie das Betriebspanel des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung zeige. Nur in jedem zehnten Betrieb mit mindestens zehn Beschäftigten gebe es entsprechende Vereinbarungen.

Angesichts des noch verhaltenen Engagements in den Unternehmen bestehe weiterer Handlungsbedarf. Die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt sei in den letzten Jahren vorangekommen. Der zunehmende Wunsch von Frauen, sich am Erwerbsleben zu beteiligen, habe sich in einer steigenden Frauenerwerbsquote niedergeschlagen, die mittlerweile bei 71 Prozent liegt. "Doch der rein quantitative Aspekt einer erhöhten Erwerbstätigkeit von Frauen ist nicht alles. Es muss auch Chancengleichheit bei der Qualität der Arbeitsverhältnisse erreicht werden. Die Tatsache, dass Frauen in Deutschland 23 Prozent weniger verdienen als Männer und in Führungspositionen nicht angemessen vertreten sind, zeigt, dass hier noch viel zu tun ist", betonte die Landesvorsitzende.

Von allen Betrieben in Deutschland realisierten etwa sieben Prozent Einzelmaßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit von Frauen und Männern. "Mit steigender Betriebsgröße steigt auch der Anteil aktiver Gender-Politik. Sie konzentriert sich allerdings insbesondere auf Hilfestellung bei der Kinderbetreuung. Die Aktivitäten bei der gezielten Förderung des weiblichen Nachwuchses und der gezielten Karriereplanung stagnieren." Besonders aktiv seien Betriebe, die hochqualifizierte Frauen einstellen.

Teilzeit ist eine Frauendomäne

Bei den wichtigen Indikatoren Arbeitszeit, Qualifikationsstruktur der Belegschaft und Führungsverantwortung, die das Beschäftigungsverhältnis charakterisierten, gebe es noch immer deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. "Teilzeit ist nach wie vor weiblich. Frauen stellen einen Anteil von 80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten - vor allem, um berufliche und familiäre Verpflichtungen bestmöglich in Einklang zu bringen", erläuterte Petra Müller-Klepper. Beschäftigung in Teilzeit sei aber nicht nur mit Vorteilen verbunden, sondern auch mit Nachteilen für den Beschäftigten und den Betrieb. Sie sei vielfach ein Hemmschuh für berufliche Weiterentwicklung, habe negative Auswirkungen auf das Einkommen und die finanzielle Sicherung im Alter.

Führungspositionen sind eine Männerdomäne

In den Betrieben sei der Anteil gut qualifizierter Frauen gestiegen, nicht aber deren Präsenz in Führungspositionen. 44 Prozent aller Beschäftigten seien Frauen, der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene liege nach wie vor bei 25 Prozent. "Knackpunkt ist, dass für die Übernahme von Führungsverantwortung das Engagement über die geregelten Arbeitszeiten hinaus vorausgesetzt wird. Mit familiären Pflichten ist das nur schwer zu vereinbaren." Hier sei eine Bewusstseinänderung erforderlich, auch in Richtung einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit, sowie der weitere Ausbau der Kinderbetreuung.

Frauen als Fachkräfte gewinnen

Positiv sei zu registrieren, dass in den Betrieben die Einschätzung zunehme, dass Maßnahmen zur Erreichung frauen- und familienfreundlicher Rahmenbedingungen sinnvoll und notwendig seien. "Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und eines befürchteten Fachkräftemangels gewinnen Frauen auf dem Arbeitsmarkt an Bedeutung. Der Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft erhöht die Beschäftigungschancen von Frauen, die in den Dienstleistungsberufen stark vertreten sind", so die Landesvorsitzende.

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