Steigende Fallzahl: 8.160 Delikte in Hessen

Müller-Klepper: Kein Kavaliersdelikt, sondern kriminelle Gewalt

Langen. Die Frauen-Union (FU) hat anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2007 gefordert, dass in Hessen das konsequente Vorgehen gegen häusliche Gewalt weiter ausgebaut wird. Die CDU-Frauen zeigten bei ihrem Landesdelegiertentag in Langen in einer einstimmig verabschiedeten Resolution sowohl die Erfolge der bisherigen politischen Aktivitäten, als auch weiteren Handlungsbedarf auf. ?Seelische und körperliche Gewalt in der Partnerschaft sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Dies muss in der Auseinandersetzung mit dem Thema verstärkt vermittelt werden. Die öffentliche Ächtung häuslicher Gewalt ist eine wichtige präventive Maßnahme, erklärte die Landesvorsitzende Petra Müller-Klepper.

Die Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes und die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt zeigten Erfolge. Es werden so viele Fälle aufgedeckt wie noch nie zuvor, weil das Thema zunehmend aus der Tabuzone herausgeholt wird und hierdurch die Sensibilität für diese Straftaten deutlich steigt, betonte die Landestagsabgeordnete. In Hessen wurden im vergangenen Jahr 8.160 Delikte häuslicher Gewalt polizeilich registriert. 2005 waren es 7.750. Hierin spiegelt sich das konsequente Vorgehen der Polizei wider. Auch wenn mehr Mut aufgebracht werde, solche Vorfälle zur Anzeige zu bringen, müsse davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer immer noch um ein Vielfaches höher liege.

Opfer der häuslichen Gewalt sind in Hessen insbesondere Frauen und direkt oder indirekt auch Kinder. In den Haushalten, in denen die 8.160 registrierten Fälle häuslicher Gewalt vonstatten gingen, lebten zum Tatzeitpunkt insgesamt 4.636 Minderjährige. Der Schutz von Kindern ist ein Aspekt, dem noch verstärkt Rechnung getragen werden muss. Ein wichtiger Aspekt sei die Möglichkeit für nichtpolizeiliche Behörden, Maßnahmen wie Wohnungsverweisungen und Kontaktaufnahmeverbote nach dem Gewaltschutzgesetz eigenständig vorzunehmen.

Die Landtagsabgeordnete wies darauf hin, dass die Landesregierung im November 2004 einen Aktionsplan gegen Gewalt im häuslichen Bereich verabschiedet hat, der Schritt für Schritt umgesetzt werde. Die Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt bringt die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen wie Justiz, Polizei und Jugendämtern voran. Es gilt, den Opferschutz und die Prävention durch größtmögliche Vernetzung zwischen Kommunen, Behörden, Polizei, Ärzten, Notrufen und Frauenhäusern sowie den lokalen Arbeitsgruppen zu verbessern.

Nächster Beitrag