Die Frauen Union Hessen hat Forderungen nach einer Absage der durch Frau Prof. Susanne Schröter initiierten Konferenz zum Thema „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ verwundert zur Kenntnis genommen. Unter dem Pseudonym „Uni gegen AMR – Kein Platz für Anti-Muslimischen Rassismus“ wurde im Internet von Studenten anonym gefordert, die Konferenz abzusagen und Frau Prof. Schröter aus dem Hochschuldienst zu entlassen. „Frau Prof. Schröter ist als Leiterin des Forschungszentrums globaler Islam sehr renommiert. Sie ist eine sachliche und differenzierte Beobachterin des Islams – dazu gehört auch eine gewisse Kritik am autoritär ausgelegten bzw. gelebten Islam und eine Ablehnung islamistischer extremistischer Strömungen.“, schätzt die stellvertretende Landesvorsitzende der Frauen Union Hessen und Frankfurter Ortsbeirätin, Sara Steinhardt, die Lage ein. „Es gibt keinerlei Gründe oder stichhaltige Argumente für eine Absage der Konferenz oder gar ein Berufsverbot Schröters“.
Für die Frauen Union Hessen reihen sich diese Forderungen in eine Reihe mit Kampagnen gegen Meinungen, die von kleinen Teilen der Gesellschaft wohl nicht erwünscht sind – erst letztes Jahr musste sogar in diesem Zusammenhang ein geplanter Vortrag vom Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt an der Goethe-Universität in Frankfurt abgesagt werden. „Es ist ein falsches Signal, wenn Teile der Gesellschaft Diskussionen nicht zulassen wollen und im Vorhinein Vorträge oder Konferenzen absagen wollen. Deshalb ist es wichtig, dass gerade in diesem Fall die Goethe-Universität Haltung zeigt.“, bekräftigt die Landesvorsitzende der Frauen Union Hessen, Diana Stolz, die Haltung der Frauen Union. „Der Rassismusvorwurf ist völlig fehl am Platz, wenn man sich mit unterschiedlichen Sichtweisen auf ein Thema auseinandersetzen möchte.“
Die Frauen Union wünscht sich, dass die Kopftuch-Debatte differenzierter geführt wird, dazu sei die geplante Konferenz eine gute Gelegenheit. Zwischen den beiden Polen des Kopftuchs als politisches Statement und als Modeaccessoire ließen sich viele Schattierungen finden, die es zu diskutieren gibt. Stolz betont dazu: „Wenn allein die Tatsache, dass über dieses Thema diskutiert werden soll, den Gegnern der Konferenz ein Dorn im Auge ist, disqualifizieren sich diese bereits für jeglichen Diskurs und wissenschaftliche Arbeitsweise.“

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