Der Kreisverband Limburg-Weilburg der Frauen Union (FU) der CDU mit ihrer Kreisvorsitzenden Christine Zips hat der Speziallampenfabrik Dr. Fischer GmbH in Diez einen Informationsbesuch abgestattet. Anna Wallner, kaufmännische Leiterin der weltweit agierenden Fischer Group, stellte den heimischen Unionsfrauen ihr Unternehmen vor.

Die Chefin der Limburg-Weilburger CDU Frauen Union meinte, Licht sei in der heutigen Welt von großer Bedeutung. Sie schaffe Atmosphäre, lasse private Räume wie Denkmäler und historische Bauten in neuem Glanz erstrahlen und erhelle Straßen und Wege. Die Kombination von Licht als Beleuchtungselement einerseits und Gestaltungselement andererseits etwa für historische Bauten habe zu einer enormen Aufwertung des Themas geführt. Zips: „Durch die Art der Beleuchtung nehmen die Menschen ihre Umwelt, ihre Stadt häufig stärker emotional wahr und können sich noch stärker mit ihr identifizieren“. Viele Kommunen hätten dies bereits erkannt und würden diesen Weg gehen, der auch dem Ziel des Ausbaus des Tourismus diene. Mit neuen Technologien würden, so die FU-Kreisvorsitzendes, zudem Energie und Geld eingespart. Das helfe auch dem Ziel der CO2-Reduzierung und verbessere die Umweltbilanz

Wallner berichtete, dass 90 Prozent der Mitarbeiter in der Lampenproduktion in Diez Frauen seien. Diez sei einer von drei weltweiten Produktionsstandorten der Gruppe. In Diez würden im Jahr zwei Millionen Speziallampen hergestellt. Am Standort sind aktuelle 102 Mitarbeiter beschäftigt.

 Die Fischer Group sei ein mittelständisches, von ihrem Vater aufgebautes Familienunternehmen, dem Werte im Umgang mit den Angestellten sehr wichtig seien. Das Unternehmen hat laut Wallner derzeit 550 Mitarbeiter in 73 Ländern. In Diez wird keine Lampenmassenware hergestellt, die es in jedem Baumarkt gibt. Die Fischer-Gruppe hat sich Speziallampen als Nische gesucht, die andere nicht in großen Mengen spottbillig auf den Markt schmeißen können. Denn zu deren Entwicklung und Fertigung gehört ein gewisses Know-how, das nicht jeder hat. Beispielsweise wird von Diez aus die Firma Osram mit dann unter deren Namen verkauften Speziallampen beliefert, aber es werden auch solche unter der Eigenmarke Fischer angeboten.

Vertriebspartner hat die Gruppe mittlerweile sogar in Asien und Amerika. Aber auch die Signaltechnik der südafrikanischen Bahn wird mit Fischer-Lampen betrieben. Ebenso sind die Staatsbahnen von Italien, Belgien und Frankreich neben der Deutschen Bahn gute Kunden. Auf etlichen Hubschrauberlandeplätzen von Ölplattformen weltweit sind ebenfalls Fischerprodukte montiert. In Diez werden Speziallampen für Theaterbühnen genauso geschaffen wie für Operationssäle. Industrie- und Kaufhäuserbeleuchtung sind auch Spezialitäten der Fischer Group. Anna Wallner berichtete, dass der Standort Diez auf jeden Fall langfristig erhalten werden solle. Sie gab aber auch offen zu, dass die Produktion in Deutschland auf längere Sicht nicht aufrechtzuerhalten wäre, wenn nicht Bauteile in China gekauft würden. 2011 habe die Gruppe in Hongkong ein Büro eröffnet.

Auf Nachfrage von Zips berichtete Wallner, dass Frauen nicht nur einen Großteil der Mitarbeiter in der Produktion darstellten, sondern auch 80 Prozent der Betriebsangehörigen im Vertrieb Frauen seien. Die meisten würden in Vollzeit arbeiten. Wie Wallner, selbst Mutter, erklärte, gebe es 20 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Diese sollten den Mitarbeiterinnen die zeitliche Flexibilität geben, um Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. „Ich will arbeiten, viele der Frauen müssen das aus finanziellen Gründen“, betonte Wallner. Zahlreiche der Mitarbeiterinnen seien dem Unternehmen schon seit langem treu. Folglich versuche die Fischer Group, ihnen durch Entgegenkommen etwas für ihre Loyalität zurückzugeben. Beispielsweise gebe es auch Mitarbeiterinnen, die wegen ihrer aktuellen Familiensituation Leuchten zu Hause montieren dürften.

Christine Zips betonte, dass es auch wichtig sei, die Betreuungsangebote an Schulen außerhalb der Unterrichtszeiten auszubauen, um eben den Frauen die Möglichkeit zu geben, trotz schulpflichtiger Kinder weiter ihrem Beruf nachzugehen.

Christine Zips

Kreisvorsitzende Frauen Union Limburg-Weilburg

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