**Frauen Union Limburg-Weilburg: Informationsgespräch über den Maßregelvollzug von süchtigen Straftäterinnen in der Vitos – Klinik in Hadamar

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Der Kreisvorstand der CDU Kreis Frauen Union Limburg-Weilburg mit der Kreisvorsitzenden Christine Zips wurde von Frau Dr. med. Margarethe Philipp in der Vitos - Klinik für forensische Psychiatrie in Hadamar, Am Mönchberg in einem sehr ausführlichen Gespräch über den Maßregelvollzug von süchtigen Straftäterinnen und Straftätern und über ihre intensiven Bemühungen um eine suchtfreie Rückkehr in ein geordnetes Leben informiert. Die Frauenbeauftragte der Stadt Hadamar, Frau Maria Leinz, zeigte durch ihre Anwesenheit ebenfalls ihr Interesse.

Der ärztliche Direktor der Vitos-Klinik, Herr Ralf Wolf, bedankte sich für das Interesse der CDU Frauen an der Frauenstation der Vitos-Klinik und gab einen sehr informativen Überblick über die Behandlung im Maßregelvollzug gemäß § 64 Strafgesetzbuch.

Es wird bei den Straftäterinnen zwischen Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit unterschieden.

Frau Dr. med. Margarethe Philipp, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapie und Rehabilitationswesen ist die lei-tende Abteilungsärztin der Frauenstation in der Klinik für Forensi-sche Psychiatrie. Frau Dr. med. Philipp mit ihrem Team wendet speziell für Frauen besondere Behandlungskonzepte an.

Die Station F2 ist eine Frauenstation im gesicherten Bereich der Vitos-Klinik mit 20 Frauenbetten und die einzige in Hessen. Frau Dr. Philipp machte klar, dass nach der Aufnahme und/oder der Entgiftung auf Station F1 die Patientinnen bis zur Dauerbeurlaubung bzw. ihrer Entlassung auf der Frauenstation behandelt werden. Die Behandlungsdauer beträgt ca. 18 Monate. Nach dem Klinikkonzept übernimmt die Station F2 die frauenspezifische Behandlung von Sucht und Delinquenz. Das Konzept berücksichtigt die Minderheitenposition von Frauen in der Suchtbehand-lung und innerhalb des Maßregelvollzuges, indem sie einen beson-deren Schutz- und Schonraum bietet. Nach Ankunft der Frauen erfolgen vier Behandlungsstufen. Die erste Behandlungsstufe beinhaltet schwerpunktmäßig Orientierung, Motivation und Stabilisierung. In der zweiten Behandlungsstufe folgt die weitere Entwicklung und Erprobung der sozialen Kompetenzen und es beginnt die beschützte Arbeitsaufnahme in den Werkhallen. In einem dritten Abschnitt steht die Außenorientierung und Belastungserprobung im Mittelpunkt. Hier geht es darum, Normalität und Alltag außerhalb der Klinik schrittweise wieder herzustellen und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen um ein suchtmittelfreies und straffreies Leben führen zu können. In dem vierten und damit letzten Abschnitt erfolgt die Vorberei-tung auf die Dauerbelastungserprobung, z.B. auch die Arbeitsaufnahme bei Arbeitgebern außerhalb der Klinik, die intensive Kontaktaufnahme zur forensischen Ambulanz als nächste Betreuungsinstanz, die Suche nach geeigneten Folgeeinrichtungen und die Vorbereitung auf den Abschied aus der Klinik nach ca. eineinhalb Jahren. Etwa dreiviertel der Frauen auf der Station sind Mütter. Deshalb wird seitens der Klinik eng mit dem Jugendamt zusammen gearbei-tet um Zukunftsperspektiven von Mutter und Kind unter Berücksichtigung des Kindeswohls zu schaffen und beiden ein lebenswer-tes straf- und suchtmittelfreies Leben zu ermöglichen.

Die FU Kreisvorsitzende begrüßte diese Einrichtung des Maßregelvollzugs im Landkreis Limburg-Weilburg und bedankte sich im Namen der CDU Frauen bei dem ärztlichen Direktor Ralf Wolf und der leitenden Abteilungsärztin Frau Dr. Philipp für die umfangreichen Informationen.

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