Zum Karlsruher Stopp für das Betreuungsgeld erklären die Vorsitzende der hessischen Frauenunion, Petra Müller-Klepper, und ihre Stellvertreterin, Bettina M. Wiesmann:

„Wir wollen, dass Familien über ihr Lebensmodell selbst entscheiden können. Familien wissen sehr genau, was gut für sie und ihre Kinder ist. Dazu war es nötig, eine flächendeckende Infrastruktur zur Kinderbetreuung auf- und auszubauen, wie es hier in Hessen beispielhaft geschehen ist: Die Rechtsansprüche auf Kinderbetreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr werden erfüllt. Dazu war und ist es aber nicht nötig, mit einer einseitigen Förderung nur dieses Lebensmodells Eltern faktisch zu bevormunden und in eine Richtung zu drängen. Deshalb sprechen wir uns für ein „Elterngeld II“ aus, das die bisherige Leistung Betreuungsgeld ersetzen soll und das Erfolgsmodell ‚Elterngeld‘ weiterentwickelt“.

„Mit dem Elterngeld II“, führten die beiden CDU-Politikerinnen aus, „sollen Mütter oder Väter, die sich auch nach dem ersten Lebensjahr ihres Kindes verstärkt den Erziehungsaufgaben widmen wollen, entweder ein Jahr lang den Elterngeld-Sockelbetrag von 300 EUR erhalten oder für zwei Jahre die Hälfte davon. Einzige Voraussetzung ist, dass sie ihre Erwerbstätigkeit in dieser Zeit ein Stück weit beschränken. “

Das „Elterngeld II“ trage mehreren Erfordernissen Rechnung, so Müller-Klepper und Wiesmann: „Es erweitert die finanziellen Handlungsspielräume von Familien, wenn sie sie am dringendsten benötigen. Es schafft – im Verbund mit Elterngeld, Teilelterngeld, Elternzeit und flexiblen Teilzeitregelungen – wertvolle Familienzeit zur Begleitung der Kinder im immer anspruchsvolleren Prozess ihrer Bildung und Entwicklung hin zur Eigenständigkeit. Es fördert die Bildungsfähigkeit von Kindern, die in hohem Maße von der emotionalen Stabilität in den ersten Lebensjahren abhängt. Es ermöglicht schließlich die tatsächliche Vereinbarung von Familienarbeit mit teilzeitiger Erwerbstätigkeit von Müttern oder Vätern während der frühen Familienphase.

 „Familiäre Erziehung und Bildung gerade in den frühen Jahren ist nicht hoch genug einzuschätzen – in ihren individuellen wie in ihren gesellschaftlichen Wirkungen. Es kann daher immer nur um eine kluge und stets neu auszuwiegende Ergänzung durch außerfamiliäre Angebote von Kita, Tagespflege und Kindergarten gehen, über die Eltern nach den Bedürfnissen der Familie und besonders der Kinder entscheiden sollen“, ergänzte Wiesmann, die auch Sprecherin der Landtagsfraktion für Familienpolitik und frühkindliche Bildung ist. „Denn Bindung geht der Bildung voraus. Sicher gebundene Kinder entfalten zuverlässiger ihre Potenziale als solche, denen die familiären Bezugspersonen zu früh genommen werden, und haben der Gesellschaft dann umso mehr zurückzugeben.“

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, Wahlfreiheit und Spielräume für Familien zu erhalten oder neu zu schaffen und dabei das Wohl des Kindes stets im Auge zu behalten. Elterngeld und Elterngeld II ermöglichen es, sich den Erziehungsaufgaben in der sensiblen Kleinkindphase vorrangig selbst zu widmen, sie sind ein wichtiger Beitrag zur elterlichen Wahlfreiheit und zum guten Aufwachsen von Kindern“, resümierte Müller-Klepper.

 

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