**Müller-Klepper: Kinderwunsch-Behandlung darf nicht vom Portemonnaie abhängen

Seit Gesundheitsreform 50 Prozent weniger Behandlungen**

Wiesbaden, 3. Mai 2008. Die Kosten für die künstliche Befruchtung sollen komplett von den Krankenkassen übernommen werden. Dies fordert die Frauen Union der CDU Hessen. Seit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform müssen gesetzlich Versicherte 50 Prozent der Kosten selbst tragen. Pro Versuch müssen Paare durchschnittlich 1.500 Euro zahlen. Viele, die ungewollt kinderlos sind, können sich das nicht leisten, erklärte Landesvorsitzende Petra Müller-Klepper heute in Wiesbaden. Kinderwunsch-Behandlungen dürften nicht vom Portemonnaie abhängen.

Die Zahl der künstlichen Befruchtungen sei seit der gesetzlichen Änderung im Jahr 2004 um die Hälfte zurückgegangen, betonte die Landtagsabgeordnete. Immer mehr Paare bleiben ungewollt kinderlos. In Deutschland seien 1,4 Millionen Menschen von ungewollter Kinderlosigkeit aus medizinischen Gründen betroffen. Häufig führe dies bei den Betroffenen zu psychischen und physischen Leidensdruck. Eine künstliche Befruchtung ist für viele die letzte Hoffnung, so Müller-Klepper.

Doch die finanziellen Belastungen führten gegenwärtig bei vielen gesetzlich Versicherten dazu, dass dieser Weg nicht beschritten werden könne. Bei Privatversicherten werden die gesamten Kosten, die im Rahmen einer künstlichen Befruchtung anfallen, in der Regel von der Kasse übernommen. Die Entwicklung zeigt, dass die neue Regelung im Zuge der Gesundheitsreform eine falsche Weichenstellung war, die dringend korrigiert werden muss, verlangte die CDU-Sozialpolitikerin. Sie appellierte an die Hessische Landesregierung, über den Bundesrat auf eine Änderung zu dringen.

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