Das Fach Politik und Wirtschaft (PoWi) soll zum Pflichtfach bis zum Abitur werden. Die Frauen Union Hessen begrüßt die entsprechenden Pläne der CDU-geführten Landesregierung. Konkret betrifft dies vor allem die Verpflichtung, das Unterrichtsfach PoWi in allen Halbjahren der Qualifikationsphase zu belegen und einzubringen.

„Schule hat die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler zu selbstverantwortlichen Bürgerinnen und Bürgern zu bilden – und dazu gehört, sie zu verantwortlichem und demokratischem Handeln in der Gesellschaft zu befähigen“, sagt Diana Stolz, Landesvorsitzende der Frauen Union Hessen „Demokratie lebt vom Engagement jeder und jedes Einzelnen! Das muss für alle Menschen in unserer Gesellschaft klar sein.“

Keine andere politische Ordnungs sei schließlich so auf Mitwirkung angewiesen. Daher könne Demokratie nicht früh genug Gegenstand von Bildung und Erziehung sein. „Natürlich muss Demokratiebildung integraler Bestandteil schulischer Bildungs- und Erziehungsziele sein. Natürlich müssen Schülerinnen und Schüler Demokratie unmittelbar in Form schulischer Mitwirkung erleben können. Aber natürlich muss man diese Erfahrungen dann auch reflektieren und in einen theoretischen Kontext einordnen können – und dies geht sinnvollerweise im Unterrichtsfach Politik und Wirtschaft. Daher sollte das Fach auch zu keiner Zeit abgewählt werden können“, bekräftigt Sara Steinhardt, Lehrerin und stellvertretende Vorsitzende der Frauen Union Hessen die Pläne der Regierung.

Die CDU-Vereinigung fordert in diesem Zusammenhang aber gleichzeitig mehr Partizipation von Schülerinnen und Schülern in der Schule. Häufig würden diese in den Schulen nicht ausreichend über ihre Mitbestimmungsrechte aufgeklärt. Das in der Theorie Erlernte müsse auch praktisch angewendet werden können – und nicht erst bei der ersten Wahl mit 18 Jahren.

Oft werde von der Gesellschaft oder seitens der Wirtschaft gefordert, dass Schülerinnen und Schüler heutzutage vor allem Dinge lernen sollen, die einen konkreten Nutzen für ihre spätere Berufstätigkeit haben. „Man bekommt den Eindruck, dass der Fokus des Unterrichts zunehmend auf Verwertbarkeit, auf sofort anwendbaren Fähigkeiten gelegt werden soll. Aber genau das ist doch auch Demokratiebildung“, unterstreicht Steinhardt für die Frauen Union. „Eine demokratische Grundhaltung müssen wir alle tagtäglich anwenden, wenn wir harmonisch in einer Gesellschaft miteinander auskommen wollen. Ein wesentlicher Punkt im Fach PoWi muss auch sein, Jugendliche zur Partizipation – beispielsweise durch Wahlen oder in Vereinen – zu motivieren.“

Es sei wahrscheinlich ein Fehler, dass eine demokratische Grundhaltung in der Vergangenheit meist bei allen Schülerinnen und Schülern vorausgesetzt wurde. Die Erfahrung zeige aber, dass Demokratie gelernt werden muss. Das werde auch durch zunehmenden (Rechts-)Populismus und antidemokratische Tendenzen deutlich. „Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen muss uns die Demokratie als hohes Gut bewusst werden – und das von Kindestagen an in der Schule als Fach und als Bestandteil der schulischen Bildung“, plädiert Stolz abschließend.

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