Der Bund will die Qualität in den Kindertagesstätten verbessern. Die Mittel zur Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes stehen aber nur für 3 Jahre zur Verfügung. Die Frauen Union Hessen kritisiert die kurze Laufzeit und sieht den Bund auch in den Jahren danach in der Verantwortung.

Bei der Unterzeichnung des Umsetzungsvertrages zwischen Bund und Land Hessen im November letzten Jahres habe man den Eindruck gewinnen müssen, dass Familienministerin Giffey das Problem des Fachkräftemangels nur zur Kenntnis nimmt. Als Antwort auf eine Frage, wie es nach 2022 weitergehen solle, sagte die Familienministern: „Wer eine Verlängerung wolle, der müsse SPD wählen. Nur mit der SPD gäbe es das Gute Kita Gesetz.“
„Wir kritisieren diese Aussage scharf. Denn die Landesregierung in Hessen muss nun davon ausgehen, dass sich der Bund mit Ablauf des Programms aus der Verantwortung stiehlt. Die Fortführung eines Gesetzes an den Wahlerfolg einer Partei zu binden, ist verantwortungslos und zu kurz gedacht.“, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende der Frauen Union und Landtagsabgeordnete Sabine Bächle-Scholz.

Doch das ist nicht der einzige Vorgang, wo sich der Bund aus der Verantwortung stiehlt. Auch bei der Fachkräfteoffensive für den Erzieherberuf hatte die Bundesfamilienministerin noch im November die Finanzierung der Praxisintegrierten Ausbildung herausgehoben, um dann im Dezember zu verkünden, dass der Bund das Programm nicht fortführt.
„Wir sehen die angespannte Lage der Fachkräfte im Berufsfeld der Erzieherinnen und Erzieher. Daher haben wir uns darauf gefreut, den Bund als Partner mit im Boot zu haben, um eine umfangreiche Fachkräfteoffensive in Hessen zu starten und die Arbeitsbedingungen in Kita attraktiver zu gestalten.“, so die familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Claudia Ravensburg.

Auch in 2020 sollten zusätzlich 200 duale Ausbildungsplätze für die Erzieherinnen und Erzieher vom Bund gefördert werden. Das Land Hessen will PIA durch weitere 200 Plätze unterstützen. Dieses neue Modell der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher wird bereits an mehreren Modellstandorten in Hessen umgesetzt. Die Auszubildenden arbeiten zwei bis drei Tage in den Kindertageseinrichtungen, wofür sie eine Vergütung erhalten und gehen an den anderen Wochentagen zur Schule. „Diese Öffnung zu einer dualisierten Ausbildung macht die Erzieherausbildung gerade auch für Quereinsteigerinnen, die z.B. als Alleinerziehende auf die Ausbildungsvergütung angewiesen sind viel attraktiver und öffnet ganz neue Perspektiven“, begrüßt Diana Stolz, Landesvorsitzende der Frauen Union Hessen, diesen Vorstoß. Wir hoffen sehr, dass die Bundesfamilienministerin auf den Druck der Länder reagiert und die Fachkräfteoffensive fortführt. Wenn man mehr Qualität in den Kindertagesstätten will, dann muss mach auch jungen Menschen einen Anreiz geben, erwartet die Frauenunion von der Bundesfamilienministerin.

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