Wiesbaden. Die Frauen Union Hessen (FU) begrüßt die Vorschläge der Struktur- und Satzungskommission der CDU Deutschlands. „Mit dem Gesamtpaket geht die CDU in die richtige Richtung, um als Volkspartei attraktiv zu bleiben. Jünger, vielfältiger, mehr Frauen - das wollen alle. Aber es kommt nicht von allein, jedenfalls nicht in ausreichendem Maße. Deswegen helfen klare Zielvorgaben in Form von Quoten. Jetzt gilt daher: Gemeinsam nach vorne gehen!“, sagt Diana Stolz, Landesvorsitzende der FU Hessen.
Stolz, die selber Mitglied der Struktur- und Satzungskommission der CDU Deutschlands ist und an den Beratungen teilgenommen hat, betont: „Es geht hier ja auch nicht um ‚die Quote‘ sondern es sind im Grunde verschiedene Regelungen. Der Vorschlag der Satzungskommission lautet: Für Vorstandsposten ab Kreisebene wird schrittweise bis 2023 eine Frauenquote von 40 Prozent und ab dem Jahr 2025 eine Frauenquote von 50 Prozent angepeilt. Das gilt aber nur für Gruppenwahlen, also bei mehreren gleichrangigen Positionen, wie Stellvertretende Vorsitzenden und Beisitzern.“ Damit bleibe der Partei zum einen ausreichend Zeit, (weitere) qualifizierte Frauen für die Mitarbeit in der CDU zu gewinnen, und zum anderen werden die Gegebenheiten vor Ort miteinbezogen. Die Frauen Union war mit weitreichenderen Forderungen in die Verhandlungen der Kommission gegangen: „Wir hätten uns natürlich eine schnellere und verbindlichere Umsetzung der Quote gewünscht. Wir stehen nun aber zu dem Kompromiss, der gefunden und mit breiter Mehrheit beschlossen wurde“, so Stolz.
Wenn die CDU in ihrem Selbstverständnis als Volkspartei glaubwürdig bleiben will, muss sie sich laut der FU Hessen an der Tatsache orientieren, dass 50 Prozent der

Wahlberechtigten Frauen sind - und nicht daran, dass nur rund 25 Prozent der Mitgliedschaft weiblich sind. Gleichzeitig muss der Anteil der Frauen an den Parteimitgliedern natürlich erhöht werden, was auch durch eine Frauenquote indirekt geschehen kann. „Der Feldversuch ‚Freiwilligkeit‘ lief längst und ist gescheitert. Die CDU hatte 75 Jahre lang Zeit, Frauen stärker zu beteiligen.“, sagt Sara Steinhardt, stellvertretende Landesvorsitzende der FU Hessen. „In unserer Bundestagsfraktion sind lediglich 22% der Abgeordneten Frauen. In ganz Deutschland gibt es zwölf CDU/CSU-Landrätinnen und nur fünf Oberbürgermeisterinnen; die Zahl der Kreisvorsitzenden liegt unter 1/3. Wir haben keine Ministerpräsidentin und nur eine Landesvorsitzende. Alle Versuche, die mangelnde Repräsentanz von Frauen mit Appellen an die Freiwilligkeit zu überwinden, schlagen seit Jahrzehnten fehl. Wenn es so nicht funktioniert, muss man eben neue Wege gehen.“, betont Steinhardt. Gerade unter jungen Frauen gebe es auch Zweifel bzw. Vorbehalte bezüglich der Quote, die Steinhardt versteht: „Wahrscheinlich jede Frau wünscht sich, dass wir keine Quote bräuchten. Wir brauchen die Quote aber jetzt, damit wir sie später abschaffen können.

Wer Ziele erreichen will, muss sich auch Zielvorgaben setzen! Hinzu kommt, dass Frauen sich dort engagieren, wo andere Frauen sind und sichtbar sind. Am Ende ist die Quote auch Teil der Antwort auf unseren niedrigen Anteil der Frauen in der Mitgliedschaft.“
Die FU Hessen sieht daher in der Quote eine lebensnotwendige Investition für die moderne Volkspartei CDU. „Wir kämpfen als Frauen Union an der Stelle nicht nur wegen der Frauen. Wir kämpfen, weil eine moderne Volkspartei Frauen UND Männer aller Generationen braucht. Wir kämpfen für die Zukunft unserer Partei als Volkspartei. Die Quote sollte für die CDU nicht länger wie eine Glaubensfrage betrachtet werden. Damit der Motor der CDU auch in Zukunft kraftvoll läuft, braucht es die Quote als wirksamen Treibstoff“, appelliert Stolz abschließend.

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